Aus Teilen wird Bestand. Nachvollziehbar, bis auf die Rezeptur, nach der gefertigt wurde.
Du legst fest, woraus ein Erzeugnis entsteht, und Octibiz macht daraus einen Arbeitsbeleg: Der Fertigungsauftrag friert den Materialbedarf beim Anlegen ein, die Freigabe reserviert das Material, die Entnahme bucht es ab und die Fertigmeldung bucht die fertige Ware zu. Danach steht schwarz auf weiß da, was das Stück gekostet hat.
Fertigung im laufenden System. 50 Einzelfunktionen in 6 Bereichen.
Auf einen Blick
- Zuordnung
- Im Paket Fertigung
- Im Founding-Programm
- Enthalten, ohne Aufpreis
- Familie
- Aufträge, Lager und Fertigung
- Betrieb
- In Deutschland oder auf eigener Infrastruktur. Eine isolierte Instanz je Kunde, eigene Datenbank.
Kommt dir das bekannt vor?
Die Rezeptur lebt in einer Tabelle, die niemand mehr datiert
Irgendwer hat vor acht Monaten die Menge einer Komponente angepasst, direkt in der Datei. Heute reklamiert ein Kunde eine Charge von damals, und keiner kann sagen, woraus sie eigentlich bestand.
Der Bestand kennt nur Kaufen und Verkaufen
Was du selbst herstellst, taucht in der Warenwirtschaft erst auf, wenn jemand es von Hand einbucht. Bis dahin verkauft der Vertrieb Ware, die noch als Rohmaterial im Regal liegt, oder er verkauft sie nicht, obwohl sie längst fertig ist.
"Was kostet uns das Stück eigentlich?" ist eine Schätzung
Materialpreise ändern sich zwischen zwei Entnahmen, Ausschuss wird nirgends erfasst, und am Ende steht eine Kalkulation, die sich niemand traut zu unterschreiben. Verkauft wird trotzdem danach.
Aufträge, Lager und Fertigung
Was Fertigung kann
Stücklisten als Rezeptur: versioniert statt überschrieben
Eine Stückliste beschreibt, woraus ein Erzeugnis entsteht: Komponenten, Mengen und der Ausschuss, mit dem du realistisch rechnest. Du änderst sie nicht, du versionierst sie. Solange sie ein Entwurf ist, kannst du alles anpassen; sobald du sie freigibst, ist sie eingefroren und die bisher gültige Fassung wird stillgelegt. Damit bleibt für jede gefertigte Charge nachvollziehbar, nach welcher Fassung sie entstanden ist.
Ausschuss richtig gerechnet: als Ausbeute, nicht als Aufschlag
Der Ausschuss hängt bei uns an der einzelnen Position, nicht am Kopf der Stückliste. Beim Blechzuschnitt fällt Verschnitt an, bei der beigelegten Anleitung nicht, und ein pauschaler Prozentsatz würde beides gleich behandeln. Gerechnet wird als Ausbeute: Wenn ein Zehntel des eingesetzten Materials unbrauchbar wird, brauchst du für 90 gute Einheiten 100 Stück Einsatz, nicht 99. Das klingt nach Kleinkram und ist genau der Fehler, der bei jeder größeren Charge zur Nachbestellung führt.
Der Fertigungsauftrag: ein Arbeitsbeleg mit eingefrorenem Bedarf
Du wählst Erzeugnis und Menge, alles andere zieht der Auftrag aus der freigegebenen Stückliste: Materialzeilen, Ausschuss, Bewertung und die Versionsnummer, die zum Zeitpunkt der Anlage galt. Dieser Bedarf wird eingefroren. Ändert jemand später die Rezeptur, verändert das keinen laufenden Auftrag rückwirkend, und die Nachkalkulation vergleicht nicht gegen einen Sollwert, den es damals nie gab.
Freigeben, entnehmen, fertig melden: vier Schritte, vier Buchungen
Der Auftrag durchläuft einen klaren Weg. Die Freigabe reserviert das Material und entzieht es damit dem Verkauf, genau das ist ihr Zweck. Die Entnahme bucht ab, was wirklich in die Fertigung geht. Die Fertigmeldung bucht die gute Ware zu und gibt Reste frei. Und wenn ein Auftrag abgebrochen wird, werden Reservierungen frei, bereits entnommenes Material bleibt aber entnommen. Es ist verbaut oder Ausschuss, und eine automatische Rückbuchung würde Bestand erfinden, den niemand gezählt hat.
Bestand, der von selbst stimmt
Jede Buchung läuft über dieselbe zentrale Bestandsführung, die auch Einkauf, Aufträge und Versand benutzen. Ob du mit einem Lager arbeitest oder mit dem Multilager, ändert für die Fertigung nichts. Jede Bewegung trägt ihren Fertigungsauftrag als Herkunft im Lagerjournal, und jeder Schritt läuft nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip: Wenn eine Zeile nicht buchbar ist, bleibt keine halbe Reservierung zurück.
Chargen und Seriennummern durchgehend, wenn du sie brauchst
Arbeitest du mit Chargen, erbt das Erzeugnis seine Herkunft aus der Fertigung. Die Komponenten werden nach Mindesthaltbarkeit entnommen, das Ergebnis bekommt eine eigene Charge, auf Wunsch automatisch aus der Auftragsnummer gebildet. Wo eine Rückverfolgung gefordert ist, in der Lebensmittelnähe, in der Kosmetik, bei sicherheitsrelevanten Bauteilen, ist das der Unterschied zwischen einer Stunde Arbeit und drei Tagen Aktenwühlen.
Alle Funktionen im Überblick
50 Einzelfunktionen, nach Bereichen sortiert. Aufklappen, was dich interessiert.
Stücklisten (12 Funktionen)
- Versionierung je Erzeugnis
- Versionsnummer läuft automatisch hoch, alte Fassungen bleiben als Nachweis stehen.
- Drei Zustände
- Entwurf (änderbar), Freigegeben (eingefroren), Stillgelegt.
- Genau eine gültige Fassung
- Die Freigabe legt die bisher gültige Version automatisch still.
- Neue Version aus bestehender
- Kopiert Kopf und Positionen in einen Entwurf.
- Ausbringungsmenge
- Bezugsmenge der Rezeptur, etwa 3 kg je 10 Liter.
- Positionen
- Komponente, Menge, Ausschuss in Prozent, Notiz, Reihenfolge.
- Ausschuss je Position
- 0 bis 99 Prozent, an der Komponente statt am Kopf.
- Ringschluss-Schutz
- Ein Erzeugnis kann sich weder direkt noch über seine Komponenten selbst enthalten.
- Dubletten-Schutz
- Dieselbe Komponente kann nicht zweimal in einer Rezeptur stehen.
- Freigabe-Prüfung
- Ohne Position keine Freigabe.
- Stilllegen
- Rezepturen aus dem Verkehr ziehen, ohne den Nachweis zu löschen.
- Liste mit Filter
- Status, Erzeugnis, Volltext über den Namen, Sortierung nach Version und Anlagedatum.
Fertigungsauftrag (10 Funktionen)
- Anlage aus der aktiven Stückliste
- Erzeugnis und Menge genügen, der Rest kommt aus der Rezeptur.
- Eingefrorener Materialbedarf
- Mengen, Ausschuss, Bewertung und Versions-Schnappschuss beim Anlegen festgehalten.
- Nummernkreis
- Muster FA-2026-0031, je Marke fortlaufend, im Admin konfigurierbar.
- Termine
- Geplanter Start und geplantes Ende je Auftrag.
- Lagerort
- Auftrag kann einem Lagerort zugeordnet werden.
- Notiz
- Freitext am Auftrag.
- Statusweg
- Geplant, Freigegeben, In Arbeit, Fertiggemeldet, Abgebrochen.
- Prüfung vor Anlage
- Kein Auftrag ohne freigegebene Stückliste, keiner auf ein Erzeugnis ohne Bestandsführung.
- Liste mit Filter
- Status, "Nur offene", Erzeugnis, Volltext über die Auftragsnummer, Sortierung nach Nummer, Status, Anlage und geplantem Ende.
- Spalte "Material offen"
- Auf einen Blick, wie viel Bedarf noch nicht entnommen ist.
Buchungen (11 Funktionen)
- Freigabe reserviert
- Material ist ab da für den Verkauf nicht mehr verfügbar.
- Fehlmengen-Betriebsart
- "Reserviere, was da ist" (Standard) oder "nicht freigeben bei Unterdeckung".
- Fehlteil-Liste
- Differenz zwischen Bedarf und Reservierung je Materialzeile.
- Materialentnahme
- Je Zeile mit Menge, optional Charge und Seriennummern.
- Mengendeckel
- Mehr als der offene Bedarf wird abgewiesen.
- Rückwärtsentnahme
- Offenen Sollbedarf beim Fertigmelden in einem Zug entnehmen, per Schalter.
- Fertigmeldung
- Gute Menge zubuchen, Ausschuss festhalten, Restreservierungen freigeben.
- Ausschuss ohne Zugang
- Ausschuss wird nie ins Lager gebucht.
- Abbruch
- Reservierungen frei, entnommenes Material bleibt entnommen.
- Alles-oder-nichts
- Keine halben Reservierungen, keine Phantom-Buchungen bei Fehlern.
- Herkunft im Journal
- Jede Bewegung trägt ihren Fertigungsauftrag.
Kosten (6 Funktionen)
- Soll-Material
- Bewertung mal Sollmenge, festgehalten beim Anlegen.
- Ist-Material
- Fortgeschrieben bei jeder Entnahme mit dem dann gültigen Preis.
- Abweichung
- Soll gegen Ist je Auftrag und je Materialzeile.
- Bewertungsquelle
- Gleitender Durchschnitt der Bestandsführung, ersatzweise Einkaufspreis am Artikel.
- Unbewertete Positionen
- Werden gezählt und ausgewiesen statt mit 0 Euro eingerechnet.
- Bewertung der Fertigware
- Tatsächliche Materialkosten je gutgemeldetem Stück.
Chargen & Seriennummern (4 Funktionen)
- Entnahme nach Haltbarkeit
- Komponenten werden nach dem Mindesthaltbarkeits-Prinzip gezogen.
- Charge des Erzeugnisses
- Manuell oder automatisch aus der Auftragsnummer.
- Mindesthaltbarkeit
- Datum der erzeugten Charge erfassbar.
- Seriennummern
- Eine je gutgemeldetem Stück bei seriengeführtem Erzeugnis.
Verwaltung & Anschluss (7 Funktionen)
- Fünf Rechte
- Stücklisten sehen/pflegen, Aufträge sehen/planen/ausführen.
- Marken-Trennung
- Stücklisten, Aufträge und Nummern je Marke.
- Zwei Betriebseinstellungen
- Verhalten bei Fehlmengen, Chargenbildung aus der Auftragsnummer.
- Automations-Auslöser
- "Auftrag freigegeben" (mit Fehlmenge) und "Auftrag fertiggemeldet" (mit Ausschuss, Charge, Ist-Kosten).
- REST-API
- Anlegen, freigeben, entnehmen, fertig melden, abbrechen, dazu die komplette Stücklisten-Pflege.
- Demo-Daten
- Eine freigegebene Rezeptur mit Ausschuss und ein freigegebener Auftrag mit reserviertem Material.
- Protokoll
- Jede Aktion nachvollziehbar, auch aus Automation und KI.
Was hier anders ist
Die Rezeptur ist ein Nachweis, keine Datei
Freigegebene Stücklisten sind unveränderlich, Änderungen entstehen als neue Version, und jeder Auftrag hält fest, welche Fassung galt. Wenn in zwei Jahren jemand fragt, woraus Charge 2026-0031 bestand, ist das eine Suche von zehn Sekunden und keine Rekonstruktion.
Fertigung ist keine Insel neben der Warenwirtschaft
Material, Erzeugnis, Reservierung und Verbrauch laufen über dieselbe Bestandsführung wie Einkauf, Aufträge und Versand. Der Verkauf sieht sofort, dass reserviertes Material nicht mehr verfügbar ist, und die Disposition sieht den Fertigungsverbrauch als Nachbestellbedarf.
Die Kalkulation lügt nicht, auch nicht durch Weglassen
Ist-Kosten entstehen im Moment der Entnahme, Ausschuss verteuert die guten Stücke, und unbewertete Komponenten werden ausgewiesen statt mit null Euro eingerechnet. Lieber eine ehrliche Untergrenze als eine Summe, die schöner aussieht als die Wirklichkeit.
Ein System, kein Flickwerk
Womit Fertigung zusammenarbeitet
Kein Zapier, keine Sync-Jobs, keine doppelten Stammdaten. Die Nachbarmodule lesen dieselben Daten.
Produkte & PIM
Erzeugnisse und Komponenten sind normale Artikel. Die Fertigung bucht auf demselben Bestand, und der Einkaufspreis am Artikel dient als Rückfall-Bewertung, wenn eine Komponente noch nie bewertet zugegangen ist.
Multilager
Läuft das Mehrlager, buchst du Entnahme und Zugang gegen den gewählten Lagerort. Ohne Mehrlager ändert sich für die Fertigung nichts, sie kennt den Unterschied gar nicht.
Mehr dazuWaren-Einkauf
Material, das in die Fertigung geht, zählt als Verbrauch. Damit taucht es in den Nachbestell-Vorschlägen auf, und die Fehlteil-Liste einer Freigabe wird zur Einkaufsaufgabe statt zur Notiz auf einem Zettel.
Mehr dazuAufträge
Sobald ein Fertigungsauftrag fertiggemeldet ist, ist die Ware verfügbar und der Verkauf kann liefern. Über eine Automation informierst du den Vertrieb im selben Moment.
Mehr dazuVersand
Fertigware geht denselben Weg wie Handelsware, über Lieferschein, Sendung und Bestandsabbuchung beim Versand.
Mehr dazuLager & Kommissionierung
Das Fertiglager ist ein Lager wie jedes andere. Die Entnahme aus der Fertigung und die Zubuchung des Erzeugnisses erscheinen im selben Bestandsjournal.
Einheiten & Gebinde
Die Ausbringungsmenge der Rezeptur macht Gebindegrößen sauber abbildbar, ohne dass Bruchteile den Bestand verfälschen.
Auswertungen
Ausschussquote, Materialabweichung und Durchlaufmengen sind Zahlen aus dem Auftrag, keine Extra-Erfassung.
Automation, API und KI
So bedient die KI Fertigung
Die KI ruft dieselben Operationen auf wie die Oberfläche, unter deinen Rechten.
KI-Assistent · eingetippt
"Welche Fertigungsaufträge sind offen und wo fehlt Material?" Die KI liest die offenen Aufträge und listet die Zeilen, deren Reservierung unter dem Bedarf liegt.
Automationen, die du damit baust
- Wenn ein Fertigungsauftrag freigegeben wird und dabei Material fehlt, dann lege dem Einkauf eine Aufgabe mit den Fehlteilen an und informiere die Arbeitsvorbereitung.
- Wenn ein Fertigungsauftrag freigegeben wird, dann benachrichtige die Werkstatt mit Erzeugnis, Menge und geplantem Ende.
- Wenn ein Auftrag fertiggemeldet wird, dann informiere den Vertrieb, dass die Ware verfügbar ist, und stoße den Etikettendruck für die neue Charge an.
- Wenn bei einer Fertigmeldung die Ausschussmenge über deiner Erwartung liegt, dann melde es der Produktionsleitung mit Auftrag, Menge und Ist-Materialkosten.
Die KI bedient alle 2.168 API-Operationen unter denselben Rechte-, Marken- und Audit-Regeln wie ein Mensch. Von außen über MCP anbindbar, in der App direkt bedienbar, beides aus demselben Funktionsumfang.
Klare Kante
Wofür du etwas anderes brauchst
Damit du im Vergleich nicht raten musst, was hier absichtlich fehlt.
Keine Arbeitspläne, keine Kapazitätsplanung
Arbeitsgänge, Maschinen, Rüstzeiten und eine Terminierung gegen verfügbare Kapazität gibt es nicht. Octibiz plant Material, nicht Maschinenstunden. Wenn dein Engpass die Maschine ist und nicht das Material, ist ein PPS-System die ehrlichere Antwort.
Die Nachkalkulation ist eine Materialkalkulation
Lohn- und Maschinenkosten fließen nicht in die Stückkosten ein. Eine Erweiterung um Fertigungskosten ist geplant, ohne Datum.
Einstufige Auflösung
Ein Auftrag zieht die Stückliste seines Erzeugnisses, nicht die Rezepturen der Komponenten. Baugruppen bildest du über eigene Erzeugnisse und eigene Aufträge ab. Eine mehrstufige Bedarfsauflösung ist geplant.
Mengen nach dem Anlegen nicht änderbar
Ein Fertigungsauftrag ist nach der Anlage ein Buchungsbeleg, kein Formular. Eine andere Menge heißt: abbrechen und neu anlegen. Das ist bewusst so, weil ein nachträglich geänderter Sollwert die Nachkalkulation wertlos macht.
Bewertung im Mehrlager-Betrieb
Mit aktivem Mehrlager liegt die lagergenaue Bewertung in dessen eigenen Beständen. Die Materialkalkulation greift dort heute auf den Einkaufspreis am Artikel zurück. Ein durchgängiger Zugriff ist geplant. Der Zugang der Fertigware ist davon nicht betroffen, er wird immer mit den tatsächlich gebuchten Materialkosten bewertet.
Keine Betriebsdatenerfassung, kein Werkstattterminal
Entnahme und Fertigmeldung passieren in der Oberfläche oder über die API. Ein eigener Terminalmodus für die Werkstatt existiert nicht.
Wo dieses Modul heute steht
JungGebaut und benutzbar, aber noch frisch. Wir sagen dir vorher, was es heute kann und was noch nicht.
Als Founding-Partner bekommst du es ohne Aufpreis und bestimmst mit, wie es am Ende funktioniert. So läuft das Programm.
Häufige Fragen zu Fertigung
Kann ich mehrstufig fertigen, also Baugruppen aus Baugruppen?
Du kannst Baugruppen abbilden, indem du sie als eigenes Erzeugnis mit eigener Stückliste anlegst und in einem eigenen Fertigungsauftrag herstellst. Was Octibiz heute nicht tut, ist eine automatische Auflösung über mehrere Stufen in einem Rutsch: Ein Auftrag zieht die direkte Stückliste seines Erzeugnisses, nicht die Rezepturen der Komponenten. Gegen versehentliche Verschachtelungen schützt eine Ringschluss-Prüfung. Für zweistufige Fertigung reicht das gut, für tief verschachtelte Baugruppen solltest du mit uns über deinen konkreten Fall sprechen.
Rechnet die Nachkalkulation auch Arbeitszeit und Maschinenkosten mit?
Nein. Die Nachkalkulation ist heute eine Materialkalkulation: Soll-Material, Ist-Material, Abweichung. Fertigungszeiten, Lohn- und Maschinenkosten fließen nicht ein. Das ist bewusst so benannt und nicht versteckt, siehe Grenzen & Roadmap. Wer Arbeitszeit auf Fertigungsaufträge buchen will, kann sie heute über die Zeiterfassung erfassen, sie fließt aber nicht in die Stückkosten des Auftrags ein.
Was passiert, wenn beim Freigeben Material fehlt?
Im Standard reserviert Octibiz, was verfügbar ist, und die Differenz zwischen Bedarf und Reservierung ist deine Fehlteil-Liste. Eine fehlende Schraube soll keinen ganzen Auftrag blockieren. Wenn bei dir das Gegenteil richtig ist, etwa weil ein angefangener Auftrag teure Rüstzeit bindet, stellst du systemweit auf "nicht freigeben, solange etwas fehlt" um. Die Fehlmenge geht außerdem in das Ereignis "Auftrag freigegeben" ein, du kannst daraus also direkt eine Einkaufsaufgabe automatisieren.
Kann ich eine freigegebene Stückliste noch korrigieren?
Nicht die freigegebene Fassung selbst, und das ist Absicht. Sobald nach einer Rezeptur gefertigt wurde, ist sie der Beleg dafür, woraus die Charge entstanden ist. Eine nachträgliche Änderung würde diesen Nachweis rückwirkend verfälschen. Du legst stattdessen eine neue Version an, Octibiz kopiert Kopf und Positionen in einen Entwurf, und mit der Freigabe wird die alte Fassung stillgelegt. Laufende Aufträge bleiben davon unberührt, weil ihr Bedarf eingefroren ist.
Wofür ist die Fertigung gedacht, und wofür nicht?
Für eine echte Produktionsplanung mit Arbeitsgängen, Maschinenbelegung und Kapazitätsterminierung ist sie nicht gebaut. Octibiz zielt auf die einfache Eigenfertigung, die im Handel und bei kleinen Herstellern der Normalfall ist: mischen, montieren, konfektionieren, abfüllen. Dafür bekommst du Rezepturversionierung, ehrliche Ausschussrechnung und eine Materialkalkulation im selben System wie Einkauf, Bestand, Auftrag, Rechnung und CRM. Mehr zur Abgrenzung auf der Vergleichsseite zu Xentral.
Kann ich die Fertigung nutzen, ohne Chargen zu führen?
Ja. Chargen und Seriennummern sind eine Erweiterung, keine Voraussetzung. Ohne sie läuft der komplette Weg von der Rezeptur bis zur Fertigmeldung unverändert, nur ohne die Chargenfelder. Umgekehrt bekommst du mit aktiver Chargenführung die Entnahme nach Haltbarkeit und die Chargenherkunft im Journal geschenkt, ohne dass du in der Fertigung etwas zusätzlich einstellen müsstest.
Wer darf was, und kann ich Werkstatt und Arbeitsvorbereitung trennen?
Ja, genau dafür sind die Rechte geschnitten. Wer Aufträge plant und freigibt, entzieht dem Verkauf Material. Wer entnimmt und fertig meldet, bewegt Bestand. Wer Stücklisten freigibt, entscheidet, woraus ab morgen jedes Stück besteht. Das sind drei verschiedene Rechte, und Octibiz belegt von Haus aus nur die Leserechte vor. Alles Buchende vergibst du bewusst.
Fertigung im echten Betrieb sehen
Wir zeigen dir Fertigung in einer laufenden Octibiz-Instanz mit realistischen Handelsdaten. 30 Minuten, keine Folien.
