Kontenrahmen
Überblick
Der Kontenrahmen ist die Grundlage jedes DATEV-Exports: Er entscheidet, auf welches Konto ein Umsatz läuft, welche Kostenstelle mitgegeben wird und welcher Steuerschlüssel im Buchungsstapel steht. Die Seite bündelt das in drei Reitern unter einem einzigen Menüeintrag — Sachkonten, Kostenstellen und Kontierungsregeln. Der gewählte Reiter steht in der Adresse (?tab=accounts, ?tab=cost-centers, ?tab=rules) und lässt sich damit verlinken.
Ist noch nichts gepflegt, erscheint oben ein Hinweis: Ohne Kontenrahmen bucht der Export alles auf die vier Vorgabekonten. Das läuft, ist aber für den Steuerberater wertlos.
Alle drei Reiter sind reine Stammdatenpflege: Liste mit Anlegen-Schaltfläche oben und je Zeile Bearbeiten und Löschen. Eine Suche gibt es hier nicht — die Listen sind gewollt kurz.
Kernaufgaben
Start-Kontenrahmen einspielen. Die Schaltfläche oben rechts öffnet einen kleinen Dialog: SKR03 (Prozessgliederung) oder SKR04 (Abschlussgliederung) wählen, dazu die Frage, ob die DATEV-Vorgabekonten nachgezogen werden sollen. Das Einspielen ist eine Startauswahl, kein vollständiger SKR — und es überschreibt nichts: Konten und Regeln, die es schon gibt, bleiben unverändert. Die Rückmeldung nennt, wie viele Sachkonten und Kontierungsregeln neu entstanden sind; danach zeigen die drei Reiter den neuen Stand ohne Seiten-Neuladen. Vor dem Echtbetrieb gehört das Ergebnis mit dem Steuerberater abgestimmt.
Sachkonten pflegen. Die Kontonummer ist die Identität — auch drüben in DATEV. Ein Automatikkonto trägt seinen Steuersatz selbst; dort bleibt der BU-Schlüssel leer, weil DATEV die Steuer aus dem Konto ableitet.
Kostenstellen und Kostenträger führen. Beide liegen im selben Reiter und unterscheiden sich nur durch die Art: KOST1 beantwortet „wo ist es entstanden?", KOST2 „wofür?". Eine übergeordnete Stelle dient allein der Auswertung — gebucht wird immer auf der untersten Ebene.
Kontierungsregeln festlegen. Eine Regel beantwortet: Welches Konto trägt einen Umsatz dieser Art? Es gewinnt die spezifischste Regel; erst bei gleicher Schärfe entscheidet die Reihung, und dort heißt kleiner früher. Die Schärfe berechnet das System selbst und zeigt sie nur an.
Felder im Detail
Die Spalte Was es bewirkt sagt, was sich im System ändert — nicht, wie das Feld heißt. Der Name hinter der Beschriftung ist der API-Feldname: Unter ihm läuft dieselbe Angabe durch Automation, Import und KI-Werkzeuge.
Sachkonto
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Nummer number | ja | Ziffern | Die Identität des Kontos, auch in DATEV. Sie steht im Buchungsstapel und sollte nach der ersten Übergabe nicht mehr wechseln. |
Bezeichnung name | ja | Text | Der Klartext in Auswahl und Vorschau. |
Kontoart type | ja | Erlöse, Aufwand/Wareneingang, Aktiva, Passiva, Debitoren, Kreditoren, Kasse, Bank, Sonstiges | Ordnet das Konto ein und steuert, wo es zur Auswahl angeboten wird. |
Steuersatz taxRatePercent | nein | Prozent mit Punkt, z. B. 19.00 | Der feste Satz des Kontos. Leer lassen, wenn das Konto keinen festen Satz hat. |
Steuerkategorie taxCategory | nein | Regelsatz, Ermäßigt, Steuerfrei | Grobe Einordnung für die Regelauswahl. |
BU-Schlüssel buKey | nein | Text | Der DATEV-Steuerschlüssel der Buchung. Bleibt bei Automatikkonten leer. |
Automatikkonto isAutomatic | nein | Ja/Nein | Das Konto trägt seinen Steuersatz selbst (SKR03 8400/3400) — dann leitet DATEV die Steuer daraus ab. |
SKR skr | nein | 03 oder 04 | Aus welchem Rahmen das Konto stammt. Reine Herkunftsangabe. |
KOST1 pflicht costCenterRequired | nein | Ja/Nein | Buchungen auf dieses Konto ohne Kostenstelle meldet die Export-Vorschau. |
Aktiv active | nein | Ja/Nein | Aus heißt: wird nicht mehr zur Auswahl angeboten. Bestehende Buchungen bleiben. |
Notiz notes | nein | Text | Interne Bemerkung, erscheint in keinem Export. |
Kostenstelle und Kostenträger
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Nummer number | ja | Text | Die Kennung, die in den Buchungsstapel läuft. |
Bezeichnung name | ja | Text | Der Klartext in Auswahl und Auswertung. |
Art kind | ja | Kostenstelle (KOST1) oder Kostenträger (KOST2) | Entscheidet, in welches der beiden DATEV-Felder der Wert geschrieben wird. |
Übergeordnet parentUlid | nein | ULID einer bestehenden Stelle | Nur für Auswertungen — gebucht wird immer auf der untersten Ebene. |
Aktiv active | nein | Ja/Nein | Aus heißt: nicht mehr auswählbar. |
Notiz notes | nein | Text | Interne Bemerkung. |
Kontierungsregel
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Bezeichnung name | ja | Text | Wofür die Regel da ist — der einzige Text, an dem man sie später wiedererkennt. |
Richtung direction | ja | Erlös oder Aufwand | Ob die Regel auf Ausgangs- oder Eingangsseite greift. |
Sachkonto account | ja | Kontonummer | Das Konto, auf das die Regel bucht. |
Steuergebiet taxArea | nein | Alle, Inland, EU-Unternehmer (USt-IdNr.), EU-Privatkunde (OSS), Drittland | Grenzt die Regel auf einen Steuerfall ein. Je enger, desto spezifischer — und desto eher gewinnt sie. |
Steuerkategorie taxCategory | nein | Alle, Regelsatz, Ermäßigt, Steuerfrei, Differenzbesteuerung (§ 25a) | Zweite Eingrenzung derselben Art. „Differenzbesteuerung" trägt die Erlöskonten, die Sie mit dem Steuerberater festlegen — je eine Regel für Einstand-Anteil (Satz 0) und Marge (Regelsatz). |
Steuersatz taxRatePercent | nein | Prozent mit Punkt | Leer lassen, wenn die Regel für jeden Satz gelten soll. |
BU-Schlüssel buKey | nein | Text | Überschreibt den Steuerschlüssel für Buchungen dieser Regel. |
Kostenstelle costCenter | nein | Nummer einer Kostenstelle | KOST1, das die Regel mitgibt. |
Kostenträger costObject | nein | Nummer eines Kostenträgers | KOST2, das die Regel mitgibt. |
Reihung priority | nein | Zahl, Vorgabe 100 | Entscheidet nur bei gleicher Schärfe; kleiner heißt früher. |
Aktiv active | nein | Ja/Nein | Aus heißt: die Regel wird bei der Kontenfindung übergangen. |
Start-Kontenrahmen einspielen
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Kontenrahmen skr | ja | 03 oder 04 | Welcher Rahmen als Startauswahl angelegt wird. |
Vorgabekonten nachziehen updateSettings | nein | Ja/Nein | Setzt die DATEV-Vorgabekonten passend zum Rahmen — aber nur dort, wo noch der Werkswert steht. |
Nur über Schnittstelle und Automation
| Feld | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|
brandId | eine Ihrer Marken | Bindet Konto, Kostenstelle oder Regel an eine Marke. Leer heißt: gilt für alle Marken. In den Masken gibt es dafür kein Feld. |
productCategoryUlid | ULID einer Produktkategorie | Grenzt eine Kontierungsregel auf eine Warengruppe ein und erhöht damit ihre Schärfe. |
Einstellungen & Rechte
- Modul
module.accountingmuss aktiv sein; sonst gibt es die Seite nicht. accounting.ledger_account.viewzum Sehen der Sachkonten,accounting.ledger_account.manage
zum Pflegen — dasselbe Recht öffnet auch die Schaltfläche „Kontenrahmen einspielen".
accounting.cost_center.viewundaccounting.cost_center.managefür Kostenstellen und
Kostenträger.
accounting.account_rule.viewundaccounting.account_rule.managefür die
Kontierungsregeln.
- Die drei Reiter sind getrennt berechtigt: Wer nur lesen darf, sieht die Listen ohne Anlegen-,
Bearbeiten- und Löschen-Schaltflächen.
FAQ & Fehlerbilder
Der Hinweis „noch kein Kontenrahmen gepflegt" bleibt stehen. Dann gibt es weder Sachkonten noch Regeln. Entweder einen Start-Kontenrahmen einspielen oder die Konten von Hand anlegen — vorher bucht der Export auf die vier Vorgabekonten.
Das Einspielen meldet null angelegte Konten. Die Nummern gibt es bereits. Das Einspielen ist bewusst wiederholbar und überschreibt nichts; ein zweiter Lauf legt deshalb nichts mehr an.
Eine Regel greift nicht. Meist gewinnt eine spezifischere: Eine Regel mit Steuergebiet und Steuersatz schlägt eine ohne. Die Reihung entscheidet erst bei gleicher Schärfe.
DATEV meldet einen doppelten Steuerausweis. Dann steht auf einem Automatikkonto zusätzlich ein BU-Schlüssel. Bei Automatikkonten bleibt das Feld leer.
Die Export-Vorschau meldet fehlende Kostenstellen. Auf dem betroffenen Konto steht „KOST1 pflicht". Entweder die Kostenstelle über eine Kontierungsregel mitgeben oder die Pflicht am Konto zurücknehmen.