Lagerverwaltung (WMS)

Zweck
Die Lagerverwaltung beantwortet die Frage, die zwischen Auftrag und Lieferschein liegt: Wer läuft wann welchen Weg — und liegt am Ende wirklich das Richtige im Karton?
Sie ist die Arbeitsschicht des Lagers. Der Bestand selbst gehört dem Produktkatalog, seine Verteilung dem Multilager, der Beleg dem Versand. Hier steht die Arbeit dazwischen.
Funktionsumfang
- Picklisten als eigener Beleg — mehrere Aufträge in einem Gang, mit Reservierung des Bestands
und einer Wegfolge aus dem Lagerlayout.
- Pickvorlagen in sechs Bauarten: eine Liste je Auftrag, Einposter-Run, Mehrauftrags-Liste mit
konsolidierten Mengen, zweistufig mit Boxen, rollend „Pick-to-Box" und identische Aufträge gebündelt.
- Klärfälle — Fehlmengen werden zu entscheidbaren Fällen statt zu einer Notiz im Kopf.
- Packtisch mit Scan-Prüfung je Position, Packstücken, dreistufiger Wiegepflicht und
Waagen-Anbindung je Arbeitsplatz.
- Scanner-Fläche fürs Mobilgerät: kommissionieren, packen, zählen, einlagern, umlagern — ein
Schritt je Bild, mit einer Warteschlange gegen Funklöcher.
- Nachschub von der Reserve auf den Greifplatz, als Auftrag mit Scan-Bestätigung in drei Schritten.
- Einlagerung der noch nicht verorteten Menge, mit Platzvorschlag.
Zusammenspiel
Aufträge kommen aus dem Auftragswesen; am Ende eines Packvorgangs entsteht der Lieferschein im Versand, der auch das Etikett kauft. Die Wegfolge im Lager stammt aus der Pick-Priorität der Lagerplätze im Multilager, ebenso die Min/Max-Regeln, aus denen der Nachschub entsteht. Chargen, MHD und Seriennummern werden beim Greifen mitgeführt — siehe Chargen & Seriennummern. Etiketten und Lieferscheine gehen über Druck & Arbeitsplätze an den richtigen Drucker; die Inventur-Zählung schreibt in die Inventur des Produktkatalogs.
Grenzen
- Die Pickliste ersetzt keinen Beleg. Sie geht ihm voraus; was tatsächlich hinausgeht, entsteht
als Lieferschein im Versand.
- Beim Greifen wird kein Bestand gebucht. Die Ware liegt danach im Wagen. Gebucht wird beim
Abschließen des Packvorgangs.
- Der Platzbestand ist eine Verteilung des Lagerbestands, keine zweite Bestandswahrheit. Umlagern
ändert, wo die Ware liegt — nicht, wie viel es gibt.
- Ohne Multilager keine Platzvorschläge. Alternative Greifplätze setzen verorteten Bestand
voraus; ohne ihn bleibt die Vorschlagsliste leer.
- Pickvorlagen haben noch keine eigene Oberfläche. Sie werden über die API gepflegt und beim
Anlegen einer Liste ausgewählt.
- Die Waage hängt am Packtisch, nicht am Mobilgerät. Wer mobil packt, gibt das Gewicht ein — oder
lässt es rechnen.