Inventur

Überblick
Eine Inventur ist mehr als eine Reihe von Korrekturen: Sie friert beim Anlegen den Sollstand ein — ab dann zählt nur noch, was gezählt wird. Genau das macht sie zum Nachweis; eine Zählung gegen einen laufend veränderten Sollstand ist keiner.
Der Ablauf ist immer derselbe: zählen, Differenzen prüfen, buchen.
Kernaufgaben
Inventur anlegen. Neue Inventur verlangt Bezeichnung und Art; beim Anlegen entstehen die Zählzeilen und der Sollstand wird eingefroren.
Blind zählen — oder nicht. Bei blinder Zählung bleibt der Sollbestand während der Zählung verborgen und erscheint erst nach dem Abschluss.
Der Grund steht wörtlich in der Anwendung: Mit sichtbarem Soll wird bestätigt statt gezählt. Wer die erwartete Zahl sieht, findet sie auch — das ist kein Vorwurf, sondern menschlich. Blind zu zählen ist der einzige Weg zu einem belastbaren Ergebnis.
Differenzen prüfen. Der Filter Nur Zeilen mit Abweichung zeigt, worauf es ankommt. Ein Kommentar je Zeile hält fest, was die Abweichung erklärt.
Buchen. Der Abschluss überträgt die gezählten Werte in den Bestand.
Protokoll ziehen. Protokoll (PDF) erzeugt den Nachweis — das Dokument, das die Zählung belegbar macht.
Zustände zählen. Die Zählliste nennt in der Spalte Artikelzustand, welche Zeile Neuware und welche B-Ware ist — derselbe Artikel steht je Zustand in einer eigenen Zeile, und die Differenz wird auf genau diesen Zustand gebucht. Beim Anlegen grenzen Sie unter Artikelzustände ein, welche Zustände gezählt werden; ohne Auswahl werden alle gezählt.
Felder im Detail
Die Spalte Was es bewirkt beantwortet, was sich im System ändert — nicht, wie das Feld heißt. Der graue Name dahinter ist das Feld der API: unter ihm läuft dasselbe über Automation, Import und KI-Werkzeuge.
Inventur anlegen
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Bezeichnung name | ja | Text, max. 120 Zeichen | Wie die Inventur heißt. Sie bleibt als Beleg stehen — ein Name mit Datum spart später das Suchen. |
Art type | nein | Stichtag, permanent, platzbezogen | Wie gezählt wird. Stichtag friert einen Zeitpunkt ein, permanent zählt laufend über das Jahr, platzbezogen nimmt sich einzelne Lagerplätze vor. |
Umfang scope | nein | Lager, Bereiche, Plätze, Artikelzustände | Was gezählt wird. Ohne Einschränkung alles — auch B-Ware: jeder Artikelzustand bekommt eine eigene Zählzeile, und die Differenz wird auf genau diesen Zustand gebucht. Mit conditions zählen Sie nur bestimmte Zustände. |
Artikel productIds | nein | mehrere Artikel | Beschränkt die Zählung auf bestimmte Artikel — der übliche Weg bei einer permanenten Inventur. |
Blindzählung blind | nein | Ja/Nein | Auf ja sieht der Zähler den erwarteten Bestand nicht. Das ist der ganze Sinn: Wer die Sollzahl kennt, zählt sie unbewusst herbei. Für eine belastbare Inventur ist blind die richtige Wahl. |
Marke brandId | nein | eine Ihrer Marken | Für welche Marke gezählt wird. |
Bemerkung comment | nein | Text | Notiz zur Inventur, etwa Anlass oder Besonderheiten. |
Die Differenz zwischen gezähltem und erwartetem Bestand wird beim Abschluss als Korrekturbuchung geschrieben — nachvollziehbar je Artikel, statt den Bestand still zu überschreiben.
Einstellungen & Rechte
- Modul
module.products. - Recht
products.stocktake.bookfür das Buchen — getrennt vom Zählen, damit vier Augen möglich
sind.
- Der eingefrorene Sollstand ist der Bezugspunkt. Bewegungen nach dem Anlegen ändern ihn nicht.
- Jeder Schritt steht im Audit-Log.
FAQ & Fehlerbilder
Die gezählten Werte weichen stark ab. Genau dafür ist die Inventur da. Prüfen Sie zuerst, ob zwischen Anlegen und Zählen Bewegungen liefen — der Sollstand ist eingefroren, die Realität nicht.
Der Sollbestand wird nicht angezeigt. Dann läuft eine blinde Zählung. Er erscheint nach dem Abschluss.
Ich kann nicht buchen. Dann fehlt products.stocktake.book.
Reichen einzelne Bestandskorrekturen? Für den Alltag ja, für den Nachweis nein. Eine Inventur friert den Stand ein und erzeugt ein Protokoll; Einzelkorrekturen tun beides nicht.