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Rechnungen

Ansicht Rechnungen in Octibiz

Überblick

Die Rechnung ist der Beleg mit den strengsten Regeln im ganzen System — und alles, was hier unbequem wirkt, folgt aus einem Satz:

Beim Festschreiben wird eine lückenlose Rechnungsnummer gezogen, und danach ist die Rechnung unveränderlich. Korrigiert wird ausschließlich per Storno und Gutschrift. Die Anwendung fragt das vorher ausdrücklich ab, weil der Schritt nicht zurückzunehmen ist.

Fünf Zustände: Entwurf, Festgeschrieben, Bezahlt, Überfällig, Storniert. Fünf Typen: Rechnung, Abschlagsrechnung, Schlussrechnung, Serienrechnung, Rechnungskorrektur.

Kernaufgaben

Rechnung anlegen. Zwei Wege: Leer anlegen oder aus einem Auftrag. Der zweite ist der Normalfall — er übernimmt die Positionen, statt sie abzutippen.

Positionen erfassen. Beschreibung, Menge, Einheit, Einzelpreis und Umsatzsteuersatz.

Festschreiben. Festschreiben zieht die Nummer und schließt die Rechnung ab. Ab hier ist sie Beleg — ein Entwurf ist es noch nicht.

Zahlung erfassen. Zahlung erfassen bucht einen Eingang mit Betrag; die Liste führt neben der Summe den noch offenen Betrag.

Stornieren. Storno + Gutschrift storniert die Rechnung und erzeugt automatisch die Storno-Gutschrift. Beide Belege bleiben — das ist der Sinn.

E-Rechnung erzeugen. E-Rechnung (XRechnung) erzeugt das strukturierte Format. Dafür ist die Käuferreferenz / Leitweg-ID Pflicht — ohne sie wird die Rechnung von öffentlichen Auftraggebern abgelehnt, und zwar maschinell und ohne Rückfrage.

Mahnlauf starten. Mahnlauf markiert überfällige Rechnungen und erstellt Mahnungen; die Meldung nennt beide Zahlen. Die Stufen stehen in den Faktura-Einstellungen.

PDF erzeugen. Layout und Marke kommen aus den Belegvorlagen.

Felder im Detail

Die Spalte Was es bewirkt beantwortet, was sich im System ändert — nicht, wie das Feld heißt. Der graue Name dahinter ist das Feld der API: unter ihm läuft dasselbe über Automation, Import und KI-Werkzeuge.

Entwurf und Festschreibung sind zwei Zustände. Solange die Rechnung ein Entwurf ist, sind alle Felder änderbar. Mit dem Festschreiben wird sie zum Beleg: Nummer, Beträge und Steuern stehen fest, und eine Korrektur läuft ab dann über eine Rechnungskorrektur, nicht über das Bearbeiten.

Belegkopf

FeldPflichtWerte / FormatWas es bewirkt
Kunde customerIdja zum Festschreibenbestehender KundeDer Rechnungsempfänger. Mit ihm kommen Anschrift, Zahlungsbedingung, Sprache und E-Rechnungsformat als Vorbelegung mit; das Land der Rechnungsanschrift entscheidet über den Steuerfall.
Art typeneinStandard, Abschlag, Schluss, Wiederkehrend, Gutschrift, ProformaWas für ein Beleg entsteht. Abschlag und Schluss gehören zusammen: die Schlussrechnung zieht bereits gestellte Abschläge ab. Proforma ist keine Rechnung im steuerlichen Sinn und zieht keine Forderung nach sich.
Marke brandIdneineine Ihrer MarkenUnter welcher Marke fakturiert wird. Bestimmt Nummernkreis, Belegvorlage, Absenderadresse und Bankverbindung — deshalb ist ein späterer Wechsel eine echte Änderung, keine Kosmetik.
Währung currencyneineine eingerichtete WährungDie Währung des Belegs. Der Kurs wird beim Festschreiben eingefroren; spätere Kursänderungen berühren den Beleg nicht mehr.
Lieferung oder Leistung supplyDateModeneinohne, Liefertag, Leistungstag, Lieferzeitraum, LeistungszeitraumDer eine Schalter für die Pflichtangabe nach § 14 UStG. Tages-Modi füllen das Leistungsdatum, Zeitraum-Modi den Zeitraum; die jeweils anderen Felder werden beim Speichern geleert, damit auf dem Beleg nie beides steht.
Leistungsdatum deliveryDateneinDatumWann geleistet wurde. Steuerlich der maßgebliche Zeitpunkt — nicht das Rechnungsdatum.
Leistungszeitraum von / bis servicePeriodFrom, servicePeriodToneinDatumStatt eines Tages ein Zeitraum, wie ihn Wartung und Abonnement brauchen. Erscheint auf dem Beleg.
Zahlungsziel (Tage) paymentTermDaysnein0 oder mehrWie viele Tage bis zur Fälligkeit. 0 heißt sofort fällig.
Zahlungsbedingung paymentTermUlidneinStammdaten „Zahlungsbedingungen"Frist und Skonto in einem. Gewählt überschreibt sie das einfache Zahlungsziel und liefert die Skontostaffel, mit der Mahnwesen und Zahlungsabgleich rechnen.
Belegvorlage documentTemplateIdneineingerichtete BelegvorlageDas Layout des PDF. Leer heißt: die Standardvorlage der Marke.
Steuer-Modus taxModeneinStandard, Kleinunternehmer, steuerbefreitWie Umsatzsteuer behandelt wird. Kleinunternehmer und steuerbefreit weisen keine Steuer aus und setzen stattdessen den vorgeschriebenen Hinweis auf den Beleg.
Steuer-Anzeige taxDisplayModeneinNetto, Brutto, steuerfreiOb die Preise als Netto- oder Bruttobeträge gerechnet und gezeigt werden. Die Umstellung rechnet den ganzen Beleg um, statt nur die Beschriftung zu tauschen.
E-Rechnungsformat eInvoiceFormatneinXRechnung oder ZUGFeRDIn welchem strukturierten Format die Rechnung erzeugt wird. Kommt vom Kunden mit; leer heißt PDF ohne eingebettete Datensätze.
Leitweg-ID / Bestellreferenz buyerReferencebei öffentlichen AuftraggebernText, max. 100 ZeichenDie Referenz, die der Empfänger zur Zuordnung verlangt. Bei XRechnung an öffentliche Auftraggeber ist sie Pflicht — fehlt sie, weist die Empfangsstelle die Rechnung ab.
Debitorenkonto debtorAccountneinZiffern und Buchstaben, max. 20 ZeichenAuf welches Personenkonto der Beleg gebucht wird. Im Entwurf änderbar, beim Festschreiben eingefroren. Leer heißt „die Kontenfindung entscheidet", nicht „ohne Konto".
Kostenstelle costCenterneinText, max. 36 ZeichenKOST1 des Belegs. Belegt alle Positionen vor, die keine eigene Kostenstelle tragen.
Kostenträger costObjectneinText, max. 36 ZeichenKOST2 des Belegs — worauf die Kosten getragen werden, etwa ein Projekt oder ein Auftrag.
MRN (Ausfuhr) exportMrnneineine oder mehrere Nummern zu je 18 Zeichen, durch Komma getrenntDie Ausfuhr-Referenznummern der Zollanmeldungen. Aus den Lieferscheinen des Auftrags übernommen (bei Teillieferungen ins Drittland je eine Nummer), ohne eigene Lieferschein-Nummer die des Auftrags — eingefroren und im Entwurf korrigierbar; jede Nummer wird einzeln geprüft. Sie stehen auf dem PDF. Eine spätere Änderung am Auftrag verschiebt die festgeschriebene Rechnung nicht.
Kopftext headerTextneinformatierter TextSteht über den Positionen. Neue Rechnungen bekommen den Standard-Kopftext der Belegart Rechnung aus den Textbausteinen. Nur im Entwurf änderbar.
Fußtext footerTextneinformatierter TextSteht unter der Summe und den Zahlungszielen. Vorbelegung und Änderbarkeit wie beim Kopftext.

Positionen

Jede Zeile ist entweder ein Artikel, eine Überschrift, ein Freitext, eine Zwischensumme, eine Trennlinie oder ein Seitenumbruch. Nur Artikel rechnen mit.

FeldWerte / FormatWas es bewirkt
BezeichnungTextWas auf dem Beleg steht. Ein gewähltes Produkt füllt sie vor, überschreiben ist erlaubt — der Beleg hält fest, was verkauft wurde, nicht was der Katalog heute sagt.
MengeZahl, 0 oder mehrWie viel. Die zulässigen Nachkommastellen kommen von der Einheit des Produkts.
EinheitText bzw. Stammdaten-EinheitStück, Stunde, Kilogramm … Erscheint auf dem Beleg und steuert die Nachkommastellen der Menge.
EinzelpreisBetragPreis je Einheit. Kommt aus der Preisfindung (Kundenpreis, Staffel, Aktion) und lässt sich überschreiben.
Rabatt %0 bis 100Nachlass auf diese Position. Wirkt vor dem Belegrabatt.
USt %SteuersatzDer Steuersatz dieser Position. Kommt vom Produkt bzw. aus dem Steuerfall des Kunden; je Satz wird auf dem Beleg getrennt ausgewiesen.
OptionalJa/NeinDie Position wird gezeigt, zählt aber nicht in die Summe. Für Angebote gedacht, die Varianten sichtbar machen.

Belegrabatt und Versand

FeldWerte / FormatWas es bewirkt
Belegrabatt in Prozent documentDiscountPercent0 bis 100Nachlass auf die ganze Rechnung, nach den Positionsrabatten. Je Steuersatz anteilig verteilt, damit die Steuerausweisung stimmt.
Belegrabatt als Betrag documentDiscountAmountBetragDasselbe als fester Betrag. Prozent und Betrag schließen einander aus — was zuletzt gesetzt wird, gilt.
Korrekturgrund correctionReasonText, max. 500 ZeichenNur bei Gutschrift und Korrektur: warum korrigiert wird. Erscheint auf dem Beleg und ist der Grund, den eine Prüfung sehen will.
Versand dispatchEmpfänger, Betreff, Text, AnhängeDer Mailversand des Belegs. Empfänger kommen aus den Ansprechpartnern mit passender Rolle, Betreff und Text aus der Mailvorlage. Das Beleg-PDF hängt immer an; weitere Anhänge lassen sich abwählen. Der Versand erzeugt einen Beitrag im Kommunikationsverlauf, kein Ticket.

Nur über Schnittstelle und Automation

FeldWerte / FormatWas es bewirkt
orderUlidKennung eines AuftragsErzeugt die Rechnung aus einem Auftrag und übernimmt dessen Positionen.
orderUlidsmehrere AufträgeSammelrechnung: mehrere Aufträge desselben Kunden und derselben Marke auf eine Rechnung. Der erste Auftrag führt (Marke, Währung, Steuermodus, Zahlungsbedingung); jeder genannte Auftrag muss dafür freigegeben sein und in Währung, Steuermodus und Belegrabatt zum ersten passen.
sourceContractIdKennung eines VertragsKennzeichnet die Rechnung als Ergebnis eines Vertrags-Abrechnungslaufs.
itemsListe von PositionenDie Positionen als Ganzes. Übertragen ersetzt die Liste, statt einzelne Zeilen zu ergänzen.

Einstellungen & Rechte

  • Modul module.invoicing.
  • Eng geschnittene Rechte: invoicing.invoice.view, .create, .issue (Festschreiben),

.cancel (Storno), .send, .einvoice sowie invoicing.payment.record für Zahlungseingänge und invoicing.dunning.manage fürs Mahnwesen.

  • Die Fälligkeit kommt aus der Zahlungsbedingung und wird beim Festschreiben eingefroren,

siehe Zahlungsbedingungen.

  • Der Skonto steht an der Rechnung selbst: die Detailansicht zeigt je Skontostufe das Datum und

den Zahlbetrag, dazu die Nettofrist — gerechnet aus der eingefrorenen Staffel, genau wie auf dem PDF. Ein gewährter Skonto erscheint bei den Summen.

  • Die Nummer kommt aus dem Nummernkreis — lückenlose Kreise lassen sich nicht löschen, siehe

Nummernkreise.

FAQ & Fehlerbilder

Ich kann eine Rechnung nicht mehr ändern. Sie ist festgeschrieben. Storno und Gutschrift, dann neu — ein anderer Weg wäre keine ordentliche Buchführung.

Die E-Rechnung wird abgelehnt. Prüfen Sie die Käuferreferenz (Leitweg-ID). Sie ist Pflichtfeld der XRechnung.

Der Mahnlauf erzeugt nichts. Entweder ist nichts überfällig, oder es sind keine Mahnstufen hinterlegt.

Die Fälligkeit stimmt nicht. Sie stammt aus der Zahlungsbedingung zum Zeitpunkt des Festschreibens, nicht aus der heutigen.

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