Packtisch
Überblick
Am Packtisch wird geprüft, ob wirklich alles im Karton liegt — Position für Position, per Scan. Das ist ein eigener Arbeitsvorgang mit Zwischenstand: halb gescannt, ein Packstück zu, das zweite offen. Ein Lieferschein kennt keinen Zwischenstand; er entsteht am Ende, wenn feststeht, was tatsächlich hinausgeht.
Ein Packvorgang je Auftrag. Auch wenn die Ware über eine Sammel-Pickliste kam: verpackt wird auftragsrein, denn der Karton geht an genau einen Kunden.
Der Packtisch ist ohne Maus bedienbar — beide Scan-Felder nehmen Enter und behalten danach den Fokus.
Kernaufgaben
Identifizieren. Gescannt wird, was auf dem Zettel steht: Auftragsnummer oder Listennummer. Der Vorgang ist idempotent — ein zweiter Scan derselben Sendung öffnet keinen zweiten Vorgang, sondern denselben.
Positionen scannen. Erlaubt sind Artikelnummer, EAN und Gebinde-EAN; ein Gebinde-Scan bucht seinen Inhalt mit einem Griff. Ware, die nicht zum Auftrag gehört — oder deren Position schon voll ist — wird abgewiesen. Genau diesen Fehlgriff soll der Packtisch fangen.
Packstück schließen. Je Packstück werden Gewicht, Packmittel und Maße festgehalten. Das Gewicht folgt der dreistufigen Wiegepflicht (Einstellung wms.weighing.mode):
required— es muss gewogen werden, sonst kein Abschluss.prefill— eine stabile Wägung des Arbeitsplatzes wird vorgeschlagen; fehlt sie, rechnet das
System aus den Artikelgewichten plus Zuschlag.
none— es wird nur gerechnet.
Ein selbst eingegebener Wert gewinnt immer. Am Ende steht in jedem Fall eine positive Zahl — ohne Gewicht nimmt kein Versanddienstleister eine Label-Anfrage an.
Abschließen. Aus den tatsächlich gescannten Mengen entsteht der Lieferschein; er wird als kommissioniert gemeldet und versendet — und damit das Etikett gekauft. Siehe Versand und Druck & Arbeitsplätze.
Felder im Detail
Die Spalte Was es bewirkt beantwortet, was sich im System ändert — nicht, wie das Feld heißt. Der graue Name dahinter ist das Feld der API: unter ihm läuft dasselbe über Automation, Import und KI-Werkzeuge.
Packplatz
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Scan scan | ja | Barcode | Der Einstieg: Auftrag, Kommissionierliste oder Artikel. Jeder gescannte Artikel wird gegen den Auftrag geprüft — was nicht dazugehört, wird abgewiesen, statt still mitzuwandern. |
Versanddienstleister carrierPluginKey | ja zum Etikett | eingerichteter Dienstleister | Über wen versendet wird. Die Auswahl richtet sich nach den eingerichteten Anbindungen, nicht nach Wunsch. |
Versandart service | nein | Leistung des Dienstleisters | Standard, Express, Sperrgut … Bestimmt Preis und Laufzeit des Etiketts. |
Erst wenn alle Positionen bestätigt sind, lässt sich das Versandetikett ziehen. Das ist die eigentliche Absicherung des Packplatzes: keine unvollständige Sendung bekommt ein Etikett.
Einstellungen & Rechte
- Modul
module.wms. wms.pack.execute— scannen, packen, versenden. Das Recht ist in der Standardinstallation
keiner Rolle vorbelegt.
wms.weighing.mode(none·prefill·required) sowie ein Gewichtszuschlag in Gramm und in
Prozent — Systemeinstellungen, nicht markenbezogen.
- Die Waage hängt am Arbeitsplatz, nicht am Konto: die Waagen-Auskunft wird je Arbeitsplatz-Schlüssel
abgefragt (etwa packtisch-1).
- Ohne angebundene Waage bleibt die Wiegepflicht vollständig bedienbar — dann trägt das
Rechengewicht die Vorbelegung.
FAQ & Fehlerbilder
Der Scan der Listennummer schlägt mit einem Konflikt fehl. Die Liste enthält mehrere Aufträge. Welcher gemeint ist, kann das System nicht raten — scannen Sie die Auftragsnummer.
Ein Artikel wird abgewiesen. Er gehört nicht zu diesem Auftrag, oder seine Position ist bereits vollständig gescannt. Beides ist ein Fehlgriff, kein Bedienfehler.
Der Abschluss wird verweigert. Es ist nicht alles gescannt. Ein Teilversand ist möglich, muss aber ausdrücklich erlaubt werden — der halb gefüllte Karton ist genau der Fall, den der Packtisch verhindern soll.
Es fehlt ein Gewicht. Steht die Wiegepflicht auf required, ist das Feld Pflicht. Bei prefill und none rechnet das System aus den Artikelgewichten plus Zuschlag.
Mobil gepackt — anderer Weg? Nein. Der Scanner läuft über denselben Backend-Weg; nur die Waage bleibt am Packtisch.