Scanner-Arbeitsplatz

Überblick
Am Mobilgerät entscheidet der Mensch zuerst, was er tut — und sieht dann genau einen Schritt. Deshalb beginnt die Scanner-Fläche mit Kacheln und nicht mit einer Liste: eine Liste setzt einen Überblick voraus, den man am Wagen nicht hat.
Fünf Arbeiten stehen dort: kommissionieren, packen, zählen, Nachschub, einlagern — dazu die freie Umlagerung. Jede Kachel führt auf einen Vorgang, den es wirklich gibt.
Die Fläche ist kein mobiler Zweitweg: gebucht wird über dieselben Endpunkte wie am Schreibtisch. Ein zweiter Weg wäre ein zweiter Ort, an dem Bestandsbuchung und Lieferfortschritt auseinanderlaufen können.
Kernaufgaben
Kommissionieren. Es wird immer nur eine Position gezeigt: nächster Platz, nächster Artikel, nächste Menge. Die Wegfolge kommt vom Server aus dem Lagerlayout — die Oberfläche sortiert nicht selbst. Jeder Griff läuft über eine Warteschlange: reißt das Funknetz im Gang, ist die Meldung nicht verloren und wird später genau einmal gebucht.
Packen. Identifizieren, scannen, Packstück, abschließen — derselbe Ablauf wie am Packtisch. Das Gewicht bleibt hier ein Feld, denn die Waage hängt am Packtisch, nicht am Handgerät.
Zählen. Inventur Platz für Platz. Diese Fläche läuft bewusst nicht über die Warteschlange: eine Zählzeile wird mit der zuvor gelesenen Fassung geschrieben, und genau daran erkennt der Server einen zweiten Zählenden am selben Platz. Eine Meldung, die Minuten später nachkommt, trüge einen veralteten Stand — sie durchzuwinken hieße, die Zahl des anderen still zu überschreiben. Offline wird deshalb nicht gezählt, sondern gewartet. Der Sollwert wird nicht ausgeblendet, sondern gar nicht geliefert (blinde Inventur), siehe Inventur.
Einlagern. Der Arbeitsvorrat ist die nicht verortete Menge — Ware, die im Lagerbestand steht, aber an keinem Platz liegt. Das ist entweder gerade angekommen oder stammt aus der Zeit vor dem Platzmodell. Der Platzvorschlag ist eine Empfehlung, keine Vorschrift: gebucht wird der Platz, der wirklich gescannt wurde.
Umlagern. Platz → Platz, ohne Auftrag: der Mensch am Regal entscheidet, dass etwas woanders hin gehört. Der Bestand ändert sich dabei nicht — nur seine Verteilung. Mehr, als am Quellplatz liegt, wird abgewiesen.
Nachschub bestätigen. Die geplante Gegenrichtung zur freien Umlagerung — beschrieben unter Nachschub.
Felder im Detail
Am Gerät ist der Scan die Haupteingabe: Der Barcode entscheidet, was passiert — deshalb gibt es keine Auswahlmenüs. Daneben steht nur, was sich nicht scannen lässt: eine Menge, ein Grund, ein Gewicht.
Zwei Wege schreiben dabei Felder eines Datensatzes — das Zählen und das Packen. Die übrigen melden einen Vorgang: Ihre Eingaben werden geprüft und gebucht, aber nicht als Feld gespeichert.
Zählen — die Zählzeile
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Gezählt countedQty | ja | ganze Zahl ≥ 0 | Der Ist-Bestand am Platz. Der Soll-Wert wird bei blinder Zählung nicht ausgeblendet, sondern gar nicht geliefert — sonst stünde er im Netzwerk-Protokoll und die Zusage „blind" wäre keine. |
Gelesene Fassung version | ja | Zahl aus der zuvor gelesenen Zeile; wird nicht getippt | Die optimistische Sperre. Zwei Zählende am selben Platz sind der Normalfall: Ohne sie überschriebe der zweite den ersten stillschweigend, beide Zahlen sähen plausibel aus und die falsche gewönne. Mit ihr bekommt der zweite eine Meldung und zählt nach. Deshalb läuft das Zählen bewusst nicht über die Warteschlange — eine Minuten später nachgereichte Zahl trüge einen veralteten Stand. |
Nur über Schnittstelle und Automation zu setzen, ohne Maske am Gerät oder am Schreibtisch:
| Feld | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|
batchRef | Text | Die gezählte Charge, wenn die Zeile chargengeführt ist. |
locationRef | Text | Der Platz, auf den sich die Zählung bezieht. |
note | Text | Bemerkung zur Zählung. |
Packen — der Packvorgang
| Feld | Pflicht | Werte / Format | Was es bewirkt |
|---|---|---|---|
Auftrag oder Pickliste scannen scan | ja | Nummer, so wie sie auf dem Zettel steht | Öffnet den Packvorgang oder findet den offenen wieder — ein zweiter Scan derselben Sendung liefert denselben Vorgang. Eine Sammel-Pickliste mit mehreren Aufträgen ist mehrdeutig und wird abgewiesen, statt zu raten. Dieser Schritt braucht Netz: Ohne Vorgang gibt es nichts zu scannen. |
Versanddienst carrierPluginKey / Service service | nein | eingerichteter Dienstleister und dessen Produkt | Womit versendet wird. Beim Abschließen mitgegeben; am Handgerät wird nicht danach gefragt, dort gilt die Vorgabe. Gewählt wird beides am Packtisch. |
Die weiteren Eingaben je Weg
Diese Angaben sind Eingaben eines Vorgangs, keine Felder eines Datensatzes — sie werden geprüft und gebucht, nicht gespeichert.
| Weg | Angabe | Pflicht | Was sie bewirkt |
|---|---|---|---|
| Kommissionieren | Gegriffen qty | ja, vorbelegt mit dem Soll | Wie viel wirklich im Wagen liegt. Bestand wird hier nicht gebucht — die Ware liegt danach im Wagen, nicht beim Kunden. |
| Kommissionieren | Artikel scannen | nein | Bestätigt den Griff. Leer heißt „per Knopf bestätigt" (Handschuhe, beschädigtes Etikett); geprüft wird der Artikel erst am Packtisch, wo die Prüfung die letzte vor dem Kunden ist. |
| Kommissionieren | Charge scannen batchRef | nein | Nur bei chargengeführter Ware. Der Vorschlag folgt dem ältesten Verfall; ein abweichender Scan gewinnt — Vorschlag, nicht Vorschrift. |
| Fehlmenge | Grund reason | ja | shortage · not_found · damaged · expired · skipped. Die bereits gegriffene Menge bleibt stehen, der Rest wird zum Klärfall. Ein stilles Übergehen gibt es nicht — sonst merkt die Lücke erst der Kunde. |
| Fehlmenge | Anmerkung note | nein | Freitext, max. 255 Zeichen. |
| Ersatzplatz | Platz binCode | ja | Hängt den Griff auf einen anderen Platz um, an dem dieselbe Ware liegt. Bestand wird dabei nicht bewegt — die Aufgabe sagt nur, wo gegriffen wird. Der Ersatzplatz steht vor der Fehlmenge: Ein leerer Platz ist meist kein Fehlbestand, sondern ein anderer Weg. |
| Packen | Artikel code | ja | Artikelnummer, EAN oder Gebinde-EAN — ein Gebinde-Scan bucht seinen Inhalt, also n Stück mit einem Scan. Ware, die nicht zum Auftrag gehört, wird abgewiesen. |
| Packen | Gewicht (g) weightGrams | je nach Wiegepflicht | Gramm je Packstück. Bei Wiegepflicht required Pflicht; sonst springt eine stabile Wägung des Arbeitsplatzes oder das Rechengewicht aus den Artikelgewichten ein. Ein eingegebener Wert gewinnt immer. Die Waage hängt am Packtisch, nicht am Handgerät — mobil wird getippt. |
| Einlagern | Zielplatz binCode + Menge qty | ja | Bucht nicht verortete Menge auf einen Platz. Der Vorschlag ist eine Empfehlung, keine Vorschrift: Gebucht wird der Platz, der wirklich gescannt wurde. |
| Umlagern | Quellplatz fromBinCode, Zielplatz binCode, Menge qty | ja | Bewegt Ware von Platz zu Platz. Der Lagerbestand ändert sich nicht — nur seine Verteilung. Mehr, als am Quellplatz liegt, wird abgewiesen. |
| Nachschub | drei Scans + Menge | ja | Beschrieben unter Nachschub. |
Alles außer dem Zählen läuft über die Warteschlange und ist benennbar (X-Idempotency-Key): Reißt das Funknetz im Gang, ist die Meldung nicht verloren und wird später genau einmal gebucht.
Die fünf Wege
| Weg | Was er tut | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Kommissionieren | Entnahme nach Kommissionierliste | Es wird immer nur EINE Position gezeigt: nächster Platz, nächster Artikel, nächste Menge. Die Wegfolge kommt vom Server aus dem Lagerlayout — die Oberfläche sortiert nicht selbst. |
| Packen | Prüfen und Etikett am Packplatz | Ein Artikel, der nicht zum Auftrag gehört, wird abgewiesen. Unvollständig gescannt lässt sich nicht abschließen. |
| Zählen | Inventurzählung am Platz | Bei Blindzählung sehen Sie den Sollbestand nicht — das ist der Sinn der Übung. Offline wird nicht gezählt, sondern gewartet. |
| Einlagern | Zugang auf einen Platz | Der Arbeitsvorrat ist die nicht verortete Menge: Ware, die im Lagerbestand steht, aber an keinem Platz liegt. |
| Umlagern | Bewegung zwischen zwei Plätzen | Von-Platz scannen, Artikel scannen, Nach-Platz scannen. Dazwischen gilt die Ware als unterwegs. |
Weicht etwas ab — zu wenig im Fach, falscher Artikel, unbekannter Code —, entsteht ein Klärfall, statt dass die Buchung stillschweigend passt gemacht wird.
Einstellungen & Rechte
- Modul
module.wms. wms.pick.viewfür den Einstieg,wms.pick.executefürs Kommissionieren,
wms.pack.execute fürs Packen.
products.stock.managefürs Zählen — das ist Bestandskorrektur, nicht Kommissionierung.warehouses.stock.managefürs Einlagern und Umlagern: gebucht wird Lagerbestand, deshalb hängt
das Recht am Lager und nicht am Greifen.
wms.replenishment.executefür die Nachschub-Bestätigung.- Die Kacheln folgen den Rechten: Was jemand nicht darf, steht ihm auch nicht auf dem Gerät zur
Verfügung.
FAQ & Fehlerbilder
Das Funknetz reißt beim Greifen ab. Kein Problem: die Meldung wartet in der Warteschlange und wird genau einmal gebucht.
Das Funknetz reißt beim Zählen ab. Dann geht es nicht weiter — und das ist Absicht. Eine nachgereichte Zählung könnte die Zahl eines anderen überschreiben.
Beim Zählen erscheint ein Konflikt. Jemand hat denselben Platz gleichzeitig gezählt. Neu laden und die Zahl erneut erfassen.
Der Sollbestand wird nirgends angezeigt. So gewollt. Bei blinder Inventur liefert der Server ihn gar nicht erst — was nicht übertragen wird, kann auch nicht abgelesen werden.
Der vorgeschlagene Platz passt nicht. Scannen Sie den Platz, an dem die Ware wirklich steht. Gebucht wird der gescannte, nicht der vorgeschlagene.
Es lässt sich mehr umlagern, als am Platz liegt. Nein — der Endpunkt weist das ab. Fehlt Ware am Quellplatz, ist das eine Inventurdifferenz und kein Umlagerungsfall.
Am Handgerät fehlt die Wahl des Versanddienstes. So gewollt: Der mobile Abschluss versendet mit der Vorgabe. Wer Dienstleister oder Produkt wählen will, schließt am Packtisch ab.