Nachschub

Überblick
Nachschub bringt Ware von der Reserve auf den Greifplatz, bevor dort jemand ins Leere greift.
Er ist bewusst ein Auftrag und nicht bloß eine Vorschlagsliste: ein Vorschlag ist eine Rechnung, die sich mit jedem Blick ändert. Sobald jemand losgeht, muss die Arbeit einen Zustand haben — sonst laufen zwei Leute denselben Gang, und der zweite findet ein leeres Fach.
Der Auftrag hält den Weg fest, wie er beim Erzeugen galt: Quell- und Zielplatz mit ihrem Code, nicht nur mit einer internen Kennung. Am Gerät wird der Code gescannt — ein zwischenzeitlich umbenannter Platz darf einen laufenden Auftrag nicht unlesbar machen.
Zwei Orte, eine Arbeit: angestoßen und überblickt wird am Schreibtisch, gelaufen und bestätigt am Gerät.
Kernaufgaben
Lauf anstoßen. Vorschläge erzeugen macht aus den Nachschub-Regeln des Multilagers Aufträge — über die Fläche für alle Lager; auf ein einzelnes grenzt nur die Schnittstelle ein (warehouseId). Zwei Einschränkungen sind eingebaut: Aufträge entstehen nur für platzbezogene Regeln mit vorhandenem Quellplatz, und für ein Ziel, das bereits einen offenen Auftrag hat, entsteht kein zweiter.
Überblicken. Die Liste zeigt Artikel, Weg, vorgeschlagene und umgelagerte Menge, Status und Anlagedatum. Gefiltert wird in der Fläche nach Status; nach Lager schneidet die Schnittstelle (warehouseId).
Am Gerät bestätigen. Drei Scans in der Reihenfolge des Weges: Quellplatz (ich stehe richtig) → Artikel (ich habe das Richtige) → Zielplatz (ich habe es richtig abgestellt). Jeder Scan muss zum Auftrag gehören; die Menge darf kleiner, nie größer als die vorgeschlagene sein.
Verwerfen. Mit Notiz — warum der Weg nicht gelaufen wird. Etwa, weil der Bedarf entfallen ist oder die Ware woanders gefunden wurde.
Felder im Detail
Nachschubaufgaben werden gerechnet, nicht eingegeben: Sie entstehen, wenn ein Kommissionierplatz unter seinen Mindestbestand fällt, während im Reservelager noch Ware liegt. Der Auftrag selbst hat deshalb kein einziges eingebbares Feld — geschrieben wird nur über die drei Aktionen erzeugen, bestätigen und verwerfen.
Der Auftrag (Anzeige)
| Feld | Werte / Format | Was es bedeutet |
|---|---|---|
description | Artikelbezeichnung | Was bewegt werden soll. |
sourceBinCode → targetBinCode | Platz-Codes | Der Weg, wie er beim Erzeugen galt. Festgehalten wird der Code, nicht nur die interne Kennung: Ein zwischenzeitlich umbenannter Platz darf einen laufenden Auftrag nicht unlesbar machen. |
qtyRequested | Stück | Die vorgeschlagene Menge — gerechnet aus Mindest- und Sollbestand des Zielplatzes. |
qtyMoved | Stück | Was wirklich umgelagert wurde. Steht erst nach der Bestätigung. |
sourceQtyNow | Stück | Was im Moment der Abfrage wirklich am Quellplatz liegt. Am Gerät die Vorschau vor dem Griff. |
status | open · done · cancelled | Offen, erledigt, verworfen. Ein nicht offener Auftrag nimmt weder Bestätigung noch Verwerfen an. |
note | Text, max. 255 Zeichen | Die Begründung beim Verwerfen. |
createdAt / completedAt | Zeitpunkt | Wann er entstand und wann er abgeschlossen wurde. |
warehouseId / productId | Kennung | Lager und Artikel des Auftrags. |
Am Gerät bestätigen
Diese vier Angaben sind die Eingaben eines Vorgangs, keine Eigenschaften des Auftrags: Sie werden gescannt und geprüft, nicht gespeichert. Gescannt wird in der Reihenfolge des Weges.
| Angabe | Pflicht | Werte / Format | Was sie bewirkt |
|---|---|---|---|
Quellplatz scannen sourceBinCode | ja | Platz-Code | „Ich stehe richtig." Ein anderer Platz als der des Auftrags wird abgewiesen. |
Artikel scannen productCode | ja | Barcode, SKU oder Gebinde-Code | „Ich habe das Richtige." Der Code wird aufgelöst und muss auf den Artikel des Auftrags führen. |
Umgelagerte Menge qty | ja | ganze Zahl ≥ 1, höchstens die vorgeschlagene | Was tatsächlich bewegt wurde. Weniger ist erlaubt, mehr nicht — mehr wäre eine Bestandsfrage, keine Nachschubfrage. |
Zielplatz scannen targetBinCode | ja | Platz-Code | „Ich habe es richtig abgestellt." |
Die Bestätigung läuft über die Warteschlange des Scanners und ist benennbar (X-Idempotency-Key): Nach einem Funkloch darf das Gerät wiederholen, ohne ein zweites Mal umzulagern. Der Lagerbestand ändert sich dabei in keinem Fall — nur seine Verteilung.
Verwerfen
| Angabe | Pflicht | Werte / Format | Was sie bewirkt |
|---|---|---|---|
Warum wird der Weg nicht gelaufen? note | nein | Text, wird auf 255 Zeichen gekürzt | Die Begründung bleibt am Auftrag stehen. Beim nächsten Lauf entsteht er neu, wenn der Platz weiter leerläuft — verwerfen heißt „nicht jetzt", nicht „nie". |
Einstellungen & Rechte
- Modul
module.wms. wms.replenishment.view— Aufträge sehen. In der Rolle Umsetzung vorbelegt.wms.replenishment.execute— Aufträge erzeugen, umlagern und verwerfen.- Bewusst getrennt von
wms.pick.viewundwms.pick.execute: Nachschub ist eine andere Arbeit an
einem anderen Ort — Reservebereich, oft Stapler, oft eine andere Schicht. Wer kommissioniert, muss nicht Paletten umsetzen dürfen, und umgekehrt.
- Keine Marke. Nachschub ist eine Bewegung innerhalb eines Lagers: kein Kunde, kein Beleg, keine
Marke. Der Zugriff hängt allein am Recht.
- Die Regeln selbst (Min/Max je Lager und Produkt) stehen im
FAQ & Fehlerbilder
Der Lauf erzeugt keine Aufträge. Drei Gründe kommen in Frage: keine Regel unterschreitet ihr Minimum, die Regel ist nicht platzbezogen oder es gibt keinen Quellplatz mit Bestand. Für ein Ziel mit bereits offenem Auftrag entsteht absichtlich kein zweiter.
Der Scan wird abgewiesen. Platz oder Artikel gehören nicht zu diesem Auftrag. Das Gerät zeigt die Übereinstimmung schon vor dem Absenden an — im Gang wäre eine Fehlermeldung danach zu spät. Verbindlich bleibt die Prüfung des Servers.
Es lässt sich nicht die volle Menge bestätigen. Weniger ist erlaubt, mehr nicht. Lag weniger da als erwartet, bestätigen Sie die tatsächliche Menge — die Differenz ist eine Bestandsfrage, keine Nachschubfrage.
Der Auftrag lässt sich nicht mehr bestätigen oder verwerfen. Dann steht er nicht mehr auf offen: Jemand anderes war schneller. Beide Aktionen prüfen den Status noch einmal unter Sperre — sonst buchte das zweite Gerät dieselbe Menge ein zweites Mal.
Wozu dann noch die freie Umlagerung? Der Nachschub ist geplante Arbeit und weist jeden Scan ab, der nicht zum Auftrag passt. Die freie Umlagerung am Scanner ist die Gegenrichtung: dort entscheidet der Mensch am Regal.